NACHHALTIG.    EMANZIPATORISCH.    KREDITBASIERT.

VERSCHIEDENES

28. November 2018: "Flüchtlinge als Ressourcen für Entwicklung – auch in Afrika"

Vortrag im Interkulturellen Gesprächskreiskreis Ahrensburg

Rainer Gruszczynski - COTRANGA

 

 

Wenn wir in Deutschland über Flüchtlinge reden, haben wir in aller Regel unsere Flüchtlinge im Blick: die bereits anwesenden und die, die noch „drohen“ zu kommen. Selten sprechen wir über diejenigen, die  in Nachbarländern der Krisenregionen in riesigen Zeltlagern und Notunterkünften meist nur dahinvegetieren – jahrzehntelang. Sie stellen 9 von 10 Flüchtlingen weltweit. Ihnen wird ein Leben in Würde verweigert. Sie  haben kaum Zugang zu Bildung oder Arbeit,  so dass ihre Fähigkeiten und Potenziale verkümmern. Sie  sind oft Willkür und Gewalt ausgeliefert und meist völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Die internationale Gemeinschaft zahlt für sie pro Kopf nur 0,7% von dem Betrag, der für die Flüchtlinge und Migranten ausgegeben wird, die die reichen Länder erreicht haben.

 

All dies schreit nach einer Neuorientierung der nationalen und internationalen Flüchtlingspolitik. Rainer Gruszczynski wird bereits bestehende, erfolgversprechende Ansätze präsentieren: So wird in Uganda seit vielen Jahren eine Politik betrieben, die Flüchtlinge, aber auch Arbeitsmigranten aus ganz Afrika, willkommen heißt, weil sie in ihnen ein Potenzial zur wirtschaftlichen Entwicklung sieht. Und in Jordanien bauen die renommierten Oxforder Entwicklungsökonomen Alexander Betts und Paul Collier eine Sonderwirtschaftszone aus, in der bis zu 200.000 syrische Flüchtlinge 70% der Arbeitskräfte stellen sollen. Auch dieses Modell ist offen für die Aufnahme von Arbeitsmigranten.

 

Beide Modelle sollen auch in Nachbarstaaten anderer Krisenregionen exportiert werden. Sie stellen eine Alternative zur Abschottungspolitik der EU dar. Außerdem, so betont Rainer Gruszczynski, gibt es dabei nur Gewinner. Ganz anders als bei der Fluchtverhinderungspolitik der EU, die „Diktatoren als Türsteher Europas“ (Jacob/Schlindwein) engagiert. Deren Regime werden mit Hunderten von Millionen Euro stabilisiert – was u.a. dazu führen würde, dass  die Zahl der Ausreisewilligen dort weiter ansteigt.

 

 Rainer Gruszczynski wirbt in seinem Vortrag dafür,  diese hohen Geldsummen in – finanziell tatsächlich aufwändige – Projekte umzuleiten, die nach den Prinzipien von Betts/Collier oder Uganda konzipiert werden. Nicht nur, weil Flüchtlingen und Migranten damit die Chance auf ein menschenwürdiges Dasein eröffnet wird, das ihnen als produktive Kräfte ein Stück Selbstbestimmung zurückgibt. Nicht nur, weil die Lasten zur Bewältigung der weltweiten Flüchtlingskrise dadurch weitaus gerechter verteilt werden als bisher. Sondern auch, weil damit den heute umworbenen Diktatoren – auf längere Sicht betrachtet – die Geschäftsgrundlage für ihre menschenverachtende Politik zumindest eingeschränkt würde.

 

Seit 2006 arbeitet Rainer Gruszczynski für gemeinnützige Organisationen als Initiator, Begleiter und Kontrolleur von Entwicklungshilfe-Projekten in Westafrika. Weil er auch dort in vielen Gesprächen seine Informationen zu Flucht und Migration gesammelt hat, soll  der Schwerpunkt seines Vortrags auch auf der Flüchtlingspolitik in und für Afrika liegen. - Im Rahmen seiner Initiative COTRANGA (www.cotranga.de) ebenso wie als Beirat der Social-Business-Stiftung setzt Rainer Gruszczynski sich heute vor allem für kreditbasierte Hilfen sowie für Bildungsförderung in Afrika ein. Er ist Mitglied im Bonner Aufruf, einem Zusammenschluss erfahrener Praktiker der Entwicklungshilfe in Afrika aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die für einen entschiedenen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik eintreten. Darüber hinaus ist er im Rahmen der Society for International Development, Hamburg (SID) tätig.

 

 

Termin und Ort: Mittwoch, 28. November, 2018, 19.30 Uhr,

Volkshochschule Ahrensburg, Bahnhofstraße 24; Unterrichtscontainer

 


29. November 2017: "Ein Appel gegen Entwicklungshilfe"

Vortrag in der Ahrensburger Volkshochschule

Die Entwicklungshilfe bringt Afrika nicht weiter. Im Gegenteil: Sie steht dem Fortschritt des Kontinents sogar im Weg. Genau deswegen setzt sich der Ahrensburger Rainer Gruszczynski für einen gravierenden Kurswechsel in der Entwicklungspolitik ein. Was der Gründer von COTRANGA damit meint und wie Afrika seiner Meinung nach wirklich zu helfen ist, erläuterte Gruszczynski am Mittwoch, 29. November, bei einem Vortrag an der Ahrensburger Volkshochschule. Den Artikel zu dieser Veranstaltung finden Sie hier in voller Länge zum Download.

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Ein Appell gegen Entwicklungshilfe_HA_28
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28. Februar 2016: Nominierung für den Olof-Palme-Friedenspreises 2016

COTRANGA ist für die Verleihung des Olof-Palme-Friedenspreises 2016 vorgeschlagen worden, der von der SPD Storman unter maßgeblicher Beteiligung der Walter-Jacobsen-Gesellschaft e.V. gestiftet wird. Olof-Palme war ein ehemaliger schwedischer Ministerpräsident, der am 28.02.1986 ermordet wurde. Er hat sich sehr verdient gemacht, um die Verbesserung der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der Welt. Die weltweite Abrüstung war ihm ein besonderes Anliegen.

 

Der Preis wird vergeben, um den Einsatz von Vereinen, Verbänden und Menschen aus Storman für ein friedliches Miteinander und für ein menschenwürdiges Dasein zu würdigen. Darum ging es Olof Palme auch - zusammen mit Willy Brandt - in seinem Engagement für die Menschen in der "Dritten Welt".

 

Darum geht es heute der Initiative COTRANGA mit ihrem

  • auf Nachhaltigkeit zielenden,
  • emanzipatorischen und
  • kreditbasierten Ansatz zur Förderung von Frauengruppen in Westafrika.

 Aus dem Kreis von sieben Nominierten wurde der Preisträger in Gegenwart der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Aydan Özoguz, auf der Verleihungsfeier am 28.02.2016 im Schloss Reinbek bekannt gegeben. (s. auch http://www.spd-stormarn.de/index.php/olof-palme-preis.html ). Er ging an den Verein Pryvit - Hilfe für Tschernobyl-Kinder. COTRANGA freut sich mit Pryvit für die Preisvergabe und wünscht dem Verein weiterhin viel Erfolg.

 

Pressefoto anlässlich der Verleihung des Olof-Palme-Friedenspreises auf dem Reinbeker Schloss in Gegenwart von Frau Aydan Özoguz, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

 

Am Rande der Feier zur Verleihung des Preises lud der Ahrensburger Bürgermeister, Michael Sarach (li), Rainer Gruszczynski ins Rathaus ein, um sich über COTRANGAs Arbeit in Westafrika zu informieren. Er zeigte sich erstaunt und erfreut darüber, mit wie wenig Geldeinsatz in Westafrika Mikrokredit-Kreisläufe in Gang gesetzt und damit attraktive Einkommenssteigerungen erreicht werden können. Dass mit solcher Hilfe bei den Kreditnehmern zugleich Eigeninitiative und ein die Entwicklung fördernder Bewusstseinswandel angestoßen werden, fand er ebenso nachvollziehbar und ermutigend wie die Chance, dass Menschen damit in ihrer Heimat für sich und ihre Familien eine bessere Zukunft aufbauen.


 

Am 23.09.2015 hielt Rainer Gruszczynski vor dem Interkulturellen Gesprächskreis in Ahrensburg einen Vortrag zum Thema:
"COTRANGA - Kreditfinanzierte Entwicklungszusammenarbeit in Westafrika
- Eine Ahrensburger Initiative."

 

Hierzu: Artikel im Hamburger Abendblatt ("Almosen allein helfen nicht") und im Stormaner Tageblatt ("Für verantwortliches Handeln")

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HA,Almosen allein helfen nicht, 2015-09-
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StormTB, Praes.COTRANGA, 2015-09-21.pdf
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